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Viele Gäste beim Neujahrsempfang


Bürgermeister Peter Hinze begrüßt Gäste zum Neujahrsempfang im PAN kunstforum.

Jetzt fand nach zwei Jahren coronabedingter Pause endlich wieder der alljährliche Neujahrsempfang der Stadt Emmerich am Rhein statt. 350 Gäste folgten der Einladung von Bürgermeister Peter Hinze ins PAN kunstforum. Unter Ihnen zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie 200 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger.

Neben einer persönlichen Begrüßung durch den Bürgermeister erhielt jeder Gast auch ein kleines Präsent. In einem schwarzen Samtbeutel befanden sich ein Brillentuch, ein Einkaufschip, ein Autoaufkleber sowie ein Metallanstecker. Selbstverständlich alles mit dem neuen Stadtlogo verziert.

Hier geht's direkt zur Bildergalerie zum Neujahrsempfang 2023. (Fotos: Axel Breuer, Plan B Fotografie)

In seiner traditionellen Neujahrsansprache ging Bürgermeister Hinze auf verschiedene Entwicklungen in Emmerich am Rhein ein. Hier die Rede im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

[…]

drei Jahre kein Empfang. Beim letzten Mal – im Januar 2020 – war noch gar nicht klar, ob ich überhaupt wieder als Bürgermeister hier oben stehen würde; jetzt ist die Hälfte der Amtszeit schon fast wieder rum. Das zeigt auch mir persönlich, wie viel an Zeit, aber auch an Begegnungen in den drei Corona-Jahren verloren gegangen sind. Und deshalb bin ich ganz besonders froh, dass wir hier heute Abend endlich wieder zum Neujahrsempfang zusammengekommen sind.

In den vergangenen drei Jahren ist viel passiert. Aber keine Sorge – ich setze jetzt nicht zu einem Drei-Jahres-Rückblick an. Material für einen Abendvortrag gäbe es sicher genug. Ich will aber versuchen, mich auf die wesentlichen Dinge zu beschränken.

Als Sie gerade hereingekommen sind, habe ich Ihnen ein schwarzes Säckchen in die Hand gedrückt. Darin finden Sie einige der ersten Werbeartikel mit dem neuen Stadtlogo.

Emmericher oder Emmericherin zu sein, dafür muss sich ja keiner schämen. Das ist ja eine im besten Sinne positive Eigenschaft. Und mit den Werbeartikeln können Sie sich jetzt auch ganz offen dazu bekennen.

Im Zuge der Einführung dieses neuen Logos wird es in diesem Jahr auch eine größere Imagekampagne geben - mit Plakaten und weiteren Aktionen in den sozialen Medien. Das sehr passende Motto wird „zusammenEmmerich“ lauten. Den Hashtag sehen Sie hier hinter mir an der Wand. Und dieser Hashtag hat mich auch für die heutige Ansprache ein wenig inspiriert.

„ZUSAMMEN“ – das ist zunächst mal ein sehr häufig, vielleicht sogar inflationär, verwendetes Wort in der deutschen Sprache. Man kann zusammenZIEHEN, etwas zusammenSCHWEIßEN oder auch etwas zusammenRAFFEN. Immer kommen mindestens zwei Menschen oder Dinge zueinander und bleiben nicht allein. Und das Ganze ist dann in aller Regel mehr als die einfache Summe der einzelnen Teile. Und deshalb gefällt mir auch der Kampagnentitel. Wir – wie wir heute abend hier sind – sind zusammen Emmerich. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Herausforderungen, vor denen wir in Emmerich stehen, auf keinen Fall alleine bewältigen werden, sondern nur ZUSAMMEN. Und deshalb habe ich für heute Abend mal ein paar zusätzliche Hashtags mitgebracht.

#zusammenLeben - Überwältigendes Engagement für Geflüchtete

Meine Damen und Herren – der 24. Februar des vergangenen Jahres war für uns alle ein einschneidendes Datum. Die russische Armee überfiel auf Befehl von Präsident Putin die Ukraine. Das bedeutete Krieg – mitten in Europa. Ein Zustand, der für mich – ich bin Jahrgang 1960 – nicht vorstellbar war.

Und eigentlich sollte ja alles ganz schnell gehen: Einmarschieren, Kiew einnehmen, Regierung austauschen und die Ukraine zum Marionettenstaat machen. Aus dieser perfiden Strategie Putins ist nichts geworden. Warum? Weil die Ukrainerinnen und Ukrainer auf bewundernswerte Weise um ihr Land und ihre Selbstständigkeit kämpfen. Und das buchstäblich mit ihrem Leben. Ich habe allergrößten Respekt vor dem Mut und der Willenskraft dieser Menschen. Und das muss uns allen klar sein: sie kämpfen nicht nur für sich und ihr Land. Sie kämpfen auch ein Stück weit für uns. Denn dort im Osten der Ukraine, in Bachmut, in Cherson oder in Charkiw werden die Werte verteidigt, auf denen unser Zusammenleben auf dem europäischen Kontinent seit über sieben Jahrzehnten fusst.

Der Krieg in der Ukraine hat Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Um den Bomben, Drohnen und Raketen zu entkommen, blieb vielfach nichts anderes als der Weg in den Westen. So wurden Familien auseinandergerissen – die Väter mussten an die Waffe, um ihre Heimat zu verteidigen. Frauen und Kinder suchten Zuflucht im sicheren Westen. Auch das war offensichtlich ein Teil des perfiden Plans Putins: die westlichen Gesellschaften sollten durch den massiven Zuzug von Flüchtlingen ins Wanken gebracht werden. Für unsere Stadt kann ich sagen: Herr Putin, das ist Ihnen nicht gelungen!

Wir haben bei uns in Emmerich in den vergangenen Monaten über 300 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. Nur mal zum Vergleich: im Januar 2022 lebten 29 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit bei uns. Heute sind es 348. Das sind fast so viele, wie diejenigen, die einen türkischen Pass haben.

Ja, ich will ehrlich sein. Die Aufnahme der Geflüchteten hat uns alle vor eine große Herausforderung gestellt. Uns als Stadtverwaltung, aber auch uns als Stadtgesellschaft. Denn wir haben ja nicht nur Menschen aus der Ukraine Zuflucht geboten, sondern parallel sind in den letzten Monaten ja weiterhin noch über 60 Menschen aus anderen Krisenregionen der Welt – Afghanistan, Syrien, Irak – zu uns gekommen und haben um Asyl gebeten.

Dass wir bisher nicht auf Turnhallen oder andere Formen der Massenunterkünfte zurückgreifen mussten, hat viel mit ehrenamtlichem Engagement, Uneigennützigkeit und Mitmenschlichkeit zu tun. Es war für mich beeindruckend zu sehen, dass sich sofort nach Kriegsbeginn zahlreiche Emmericherinnen und Emmericher im Rathaus gemeldet haben, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollten. Familien räumten Zimmer frei, um Raum für Flüchtlinge zu schaffen. Andere organisierten private Hilfsaktionen, sammelten Geld und Sachspenden und brachten diese an die deutsch-polnische Grenze. Wieder andere kümmerten sich um die Betreuung vor Ort. Organisierten Kleidung, Möbel, Lebensmittel, Fahrräder. Die Schulen hier in Emmerich haben zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine trotz der Sprachbarriere aufgenommen und in den Unterricht integriert. Das war sicherlich nicht immer einfach mit den bestehenden Kräften zu leisten. Aber ich höre nicht eine Klage aus den Schulen darüber.

Einige dieser Helferinnen und Helfer sind heute Abend hier. Ihnen möchte ich von hieraus sagen: die Einladung zum Neujahrsempfang kann nur eine kleine Geste der Wertschätzung sein. Was sie in den vergangenen Monaten für das #zusammenLeben in Emmerich geleistet haben, ist von unschätzbarem Wert. Sie haben gezeigt, dass „Herzlich willkommen“ nicht nur eine Floskel für Pappschilder ist, sondern durch praktische Hilfe und gelebte Solidarität in die Tat umgesetzt werden kann. Ohne Sie, ohne ihr Engagement hätte die Unterbringung und die Versorgung der Geflüchteten schlicht und ergreifend nicht funktioniert. Meinen herzlichen Dank dafür!

#zusammenRücken - Nach Corona

Meine Damen und Herren, ich hatte es ja eingangs bereits erwähnt. Fast drei Jahre lange hat uns die Corona-Pandemie fest im Griff gehabt. Ich muss sagen, es ist immer noch ein wenig surreal hier zu stehen und in so viele Gesichter zu schauen. Natürlich – Corona ist jetzt nicht einfach so vorbei. Aber die Krankheit hat ein wenig von seinem Schrecken verloren. Wir werden langsam lernen müssen, mit den Risiken zu leben.

Vielleicht erinnern Sie sich noch: Heute vor ziemlich genau zwei Jahren eröffneten landesweit die Impfzentren. Im Kreis Kleve war das Impfzentrum zwar top organisiert, aber die Lage im Wunderland Kalkar war von Emmerich aus für ältere Menschen ohne Führerschein und ohne Angehörige vor Ort nicht unbedingt einfach zu erreichen. Ohne lange zu zögern, haben sich Mitbürgerinnen und Mitbürger gemeldet, die – ehrenamtlich und unentgeltlich – andere Menschen zum Impfzentrum gefahren haben. Im Privatwagen. Auf eigenes Risiko. Manchmal sogar mehrfach am Tag. Für mich war das in dieser schwierigen Zeit eine wundervolle Geste der Mitmenschlichkeit. Einige der Fahrerinnen und Fahrer sind heute Abend hier. Von meiner Seite nochmal ein herzlicher Dank!

#ZusammenWirken - Baustellen in der Innenstadt

Zusammenwirken.

Etwas Be-Wirken.

Das versuchen wir gemeinsam mit verschiedenen Partnern schon seit geraumer Zeit für unsere Innenstadt.

Die Innenstädte – nicht nur in Emmerich – sondern landauf landab verändern sich. Das spüren wir schon seit Jahren, aber dieser Trend ist bisher ungebrochen. Große, wie kleine Läden müssen schließen.

Warum?

Weil sich Kaufverhalten ändert.

Und weil dadurch die Kunden vor Ort wegbleiben.

Was bleibt sind leere Schaufenster und triste Einkaufspassagen.

Ende vergangenen Jahres hat mit Leselust von Lydia Klar auch die letzte inhabergeführte Buchhandlung in der Stadt ihre Türen geschlossen. Ein neuer Tiefpunkt?

Ja, vielleicht. Aber ich will hier heute Abend nicht nur schwarzmalen und in den allgemeinen Abgesang auf unsere Innenstadt einstimmen. Wir haben in den letzten Jahren auch immer wieder Erfolge mit Neuansiedlungen auf der Steinstraße, am Alten Markt oder auf der Kaßstraße erlebt. Zum Teil auch begünstigt durch Förderprogramme. Die sind wichtig, damit sich junge Unternehmerinnen und Unternehmer in dieser Zeit noch trauen, neue Geschäftsideen anzugehen.

Aber es reicht nicht, immer nur in Richtung Rathaus zu schauen. Gefragt und gefordert sind zum Beispiel auch Eigentümer und Pächter von Innenstadtimmobilien. Sie müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und ihre Häuser und Ladenlokale in einen vorzeigbaren Zustand bringen. Mit dem Hof- und Fassadenprogramm und dem Verfügungsfonds haben wir gerade zwei Förderprogramm aufgelegt, mit denen wir konkrete finanzielle Unterstützung für derartige Vorhaben bieten. Ich wünsche und ich hoffe, dass davon reichlich Gebrauch gemacht wird.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung in der Innenstadt muss ich an dieser Stelle noch etwas loswerden: Ja, es gibt aktuell in der Stadt reichlich Baustellen. Und ja, nicht jede läuft optimal.

Aber: Baustellen müssen sein, wenn wir Neues wollen! Das gilt für Straßen und Plätze, aber auch für Hochbauprojekte. Ich kann ja zum Beispiel verstehen, dass die Parksituation rund um den Neumarkt derzeit nicht optimal ist. Aber ein Ende ist absehbar. Und dann haben wir mitten in der Stadt, nach über 20 Jahren ohne wirkliche Geschäftstätigkeit, endlich wieder Leben auf dem Neumarkt. Natürlich hat das ganze Projekt viel zu lange gedauert. Aber es bringt doch nichts weiterhin darüber nur zu klagen und zu meckern. Richten wir den Blick nach vorne. Der „neue“ Neumarkt mit Edeka und anderen interessanten Unternehmen wird ein wichtiges Signal und ein Impuls für die Innenstadt sein.

Mit dem Geistmarkt und dem Kleinen Löwen oder mit der Sanierung des Postgebäudes, des Wette Telder und des Bahnhofes stehen in naher Zukunft weitere Großprojekte an, die sicherlich zu Einschränkungen beim Parken oder zu Umleitungen führen werden. Ich bin überzeugt, nur wenn wir das Gesicht der Stadt weiter verändern, wird es auch uns gelingen, etwas zu be-wirken und die Stadt weiter lebenswert zu halten.

ABER. Und das sei hier auch in aller Deutlichkeit gesagt: wir können so viele Förderprogramme auflegen, wie wir wollen – das alles nutzt nichts, wenn keine Kunden kommen. Deshalb mein Aufruf: Emmericherinnen und Emmericher – kommt in eure Innenstadt! Es lohnt sich.

#zusammenLäppern – Digitalisierung der Schulen/Schulbau

Keine Frage – bei den Investitionen in unsere Schulen hat sich in den vergangenen Jahren einiges zusammen-geläppert. Nicht nur finanziell, sondern baulich, technisch und pädagogisch. Es ist ja kein Geheimnis, die vergangenen zweieinhalb Jahre waren ja nicht unbedingt gefüllt mit lauter fröhlichen Terminen. Die Eröffnung des neuen Schulgebäudes am Brink Mitte November des vergangenen Jahres war endlich mal wieder ein absolutes Highlight.

Meine Damen und Herren, wir haben Am Brink massiv in die Bildung investiert und somit ein modernes Schulgebäude geschaffen, das in der Region seinesgleichen sucht. Ich bin sehr glücklich, dass wir das gemeinsam – Politik, Verwaltung, Schulleitung – geschafft haben – und darauf dürfen wir stolz sein.

Und es gibt noch viel mehr, auf das wir stolz sein dürfen: seit Ende letzten Jahres ist jeder Schüler und jede Schülerin in Emmerich ab der ersten Klasse mit einem Tablet ausgestattet. In keinem Klassenraum hängt noch eine Kreidetafel. Fast alle Schulgebäude verfügen über einen Breitbandanschluss. Meine Damen und Herren, ich glaube, was die Digitalisierung von Schulen anbelangt, macht uns in Nordrhein-Westfalen keiner etwas vor. Wir sind eine der ersten, wenn nicht sogar DIE erste Kommune in NRW, die ihre Schulen digital auf einem solchen Niveau hat.

Aber es ist sicher noch keine Zeit, sich auf den Erfolgen auszuruhen. Wir müssen die Investitionen in den Bildungsstandort Emmerich auch in den nächsten Jahren hochhalten. Das ist natürlich eine enorme Kraftanstrengung für den städtischen Haushalt – aber eine wichtige und richtige.

Denn ich bin fest davon überzeugt, nur wenn wir weiter investieren und unsere Schulen technisch, aber auch räumlich den heutigen Anforderungen an Schule und Ganztagsbetreuung anpassen, entsteht eine Lernumgebung, die den Kindern unserer Stadt die bestmöglichen Startmöglichkeiten ins Berufsleben verschaffen. Und daran sollte uns als Industriestandort in Zeiten des Fachkräftemangels gelegen sein.

Lassen Sie mich aus aktuellem Anlass noch kurz etwas zum Schulstandort Grollscher Weg sagen: Vor fast 10 Jahren haben wir im Stadtrat nach langem Ringen den Beschluss zur Errichtung einer Gesamtschule gefasst. Dieser Schritt bedeutete eine große Veränderung in der Emmericher Schullandschaft. Ich halte ihn nach wie vor für richtig. Die Gesamtschule leistet hervorragende Arbeit. Und das belegen uns auch die Schülerzahlen, die – trotz mancher Unkenrufe in den vergangenen Jahren – stetig wachsen.

Der Beschluss von 2013 war immer verbunden mit dem Ziel, eine moderne Ganztagsschule mit drei Standorten – nämlich an der Paaltjessteege, Am Brink und am Grollschen Weg – zu errichten. Darauf liefen unsere gesamten Planungen immer hinaus. Deshalb ist in den letzten sieben Jahren am Gebäude Grollscher Weg so gut wie nichts mehr erneuert oder verändert worden. Nur ein Beispiel: dort ist noch eine Lehrküche, die wurde eingebaut, als ich sechs Jahre alt war. Im Jahr 1966.

Noch im vergangenen Sommer hat der Stadrat mehrheitlich die weiteren Planungen für die Sanierung und den Neubau am Grollschen Weg freigegeben. Das Projekt ist planungstechnisch also in voller Fahrt. Die Architekten überlegen gerade, wo jede einzelne Steckdose hinkommt. Das Ganze jetzt zu stoppen und erstmal auf die lange Bank zu schieben, wie es gerade diskutiert wird, wäre – in meinen Augen – wirtschaftlich absolut nicht sinnvoll. Was ich aber noch viel schlimmer finde, ist, dass es zugleich auch ein fatales Signal an die Schülerinnen und Schüler, an die Lehrkräfte und den Bildungsstandort Emmerich wäre. Und deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass sich die politische Mehrheit im Stadtrat für die Fortsetzung der Baumaßnahme am Grollschen Weg ausspricht.

#ZusammenHeilen – MVZ/Medizinische Versorgung

Wir waren gerade beim Thema Standort. Und wenn man über „weiche Standortfaktoren“ spricht, dann ist man von der Bildung ganz schnell auch beim Thema Gesundheit.

Keine Frage, die ärztliche Versorgung hier bei uns auf dem Land ist ja durchaus ein Problem. Ich weiß aus den Gesprächen, dass sich gerade ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger – aber auch Familien mit Kindern – Sorgen machen. Deshalb bin ich zunächst mal dem Kreis Kleve überaus dankbar, dass er sich dem Thema angenommen hat und gemeinsam im Schulterschluss mit allen Städten versucht, die Versorgungssituation zu verbessern.

Aus unserer regelmäßigen Gesprächsrunde mit den lokalen Ärztinnen und Ärzten weiß ich, dass auch sie sich Sorgen machen. Praxisnachfolger zu finden, wird immer schwieriger. Ich bin froh, dass Politik und Verwaltung im Schulterschluss auch unkonventionelle Lösungen mittragen, um die ärztliche Versorgung hier vor Ort zu sichern.

Um die medizinische Versorgung hier bei uns zu sichern, brauchen wir neue Praxismodelle. Und deshalb bin ich sehr froh, dass wir vor wenigen Wochen das „Emmerich Vital“ an der Moritz-von-Nassau-Straße eröffnen konnten.

Ich kann Ihnen versichern, dass ich mich auch künftig für Sicherung der gesundheitlichen Versorgung in unserer Stadt mit ganzer Kraft einsetzen werde. Wir werden unseren Runden Tisch mit Vertretern aus der Ärzteschaft und dem Krankenhaus auch im kommenden Jahr fortsetzen, um bei diesem so wichtigen Thema das Ohr möglichst immer am Puls der Zeit zu haben.

#zusammenFahren - Bürgerbusverein

Ja, ich weiß. Bei allen Lobreden über das neue medizinische Zentrum darf eins nicht vergessen werden: aktuell ist die Anbindung mit dem Bus nicht wirklich gut. Ich hatte ehrlichgesagt gehofft, dass wir da mit NIAG und VRR schneller auf einen grünen Zweig kommen. Aber die Erweiterung einer bestehenden Linie oder aber die Schaffung einer ganz neuen Linie scheint schwierig.

Da passte es ganz gut, dass Ende letzten Jahres Vertreter des Bürgerbusvereins bei uns im Rathaus zu Gast waren und mit uns gemeinsam überlegt haben, wie man die Verbindung in Richtung Kasernengelände verbessern könnte. Und was soll ich sagen? Keine zwei Wochen später hatten wir eine ausgearbeitete Route plus Fahrplan auf dem Tisch liegen. Die NIAG hat bereits signalisiert, dass sie mit den Plänen für den Bürgerbus gut leben kann. Ich bin also sehr optimistisch, dass der Bürgerbus in Kürze regelmäßig das ehemalige Kasernengelände ansteuern wird.

Hier fahren Bürger für Bürger – und das ehrenamtlich. Ich weiß, dass der Verein derzeit keine einfache Zeit durchmacht. Es fehlt an Fahrern und aktuell ist auch der Vorstand arg dezimiert.

Ich wünsche dem Verein, dass er diese schwierige Zeit meistert. Denn wir brauchen ihn. Und deshalb werden wir auch dort Unterstützung leisten, wo es nötig und möglich ist. Und sollte hier jemand unter ihnen sein, der gerne mal mit einem größeren Gefährt durch Emmerichs Straßen rollen und dabei noch nette Leute kennenlernen möchte – vielleicht bald auch auf der Strecke bis zum Medizinischen Zentrum. Melden Sie sich gerne bei mir im Rathaus. Wir vermitteln den Kontakt.

#zusammenSammeln - Kriegsgräbersammlung

Liebe Gäste,

zum Neujahrsempfang ist es schon Tradition geworden, dass wir noch einen großen Scheck an den VdK – den Volksbund für Kriegsgräberfürsorge – überreichen.

Heute Abend habe ich allerdings ein kleines Problem: ich habe zwar einen Scheck. Aber keinen Vertreter des Volksbundes, der ihn entgegennehmen könnte. Was soll’s. Die offizielle Übergabe holen wir nach.

Viel wichtiger ist mir als Bürgermeister und damit auch als Ortsvorsitzender des VdK, mich bei denen zu bedanken, die sich Ende letzten Jahres mit der Sammelbüchse auf den Weg durch die Straßen Emmerichs und der Ortsteile gemacht haben. In erster Linie waren das die Schützen, die immer wieder mit großem Engagement diese Sammlung durchführen. Es ist mit Sicherheit nicht immer nur eine große Freude im Novemberwetter von Haus zu Haus zu ziehen und für den VdK um eine Spende zu bitten. Vielen, vielen Dank dafür!

Zum ersten Mal seit vielen Jahren wurde die Sammlung auch wieder von aktiven Soldatinnen und Soldaten begleitet. Für den VdK haben sie auf dem Wochenmarkt leckere Erbsensuppe verkauft und dabei Spenden eingesammelt. Ein Dank also auch an die hauptberuflichen Männer und Frauen in Uniform.

Dieses Engagement hat dafür gesorgt, dass wir in Emmerich auch in diesem Jahr wieder eine enorme Summe für den VdK ersammelt haben: Insgesamt können wir einen Scheck über 15.115,47 Euro überreichen. Ein toller Betrag, der annähernd dem Vor-Corona-Niveau entspricht. Nochmals – allen Sammlern und natürlich auch Spendern einen herzlichen Dank!

#ZusammenEmmerich

Zum Ende meiner Rede möchte ich noch einen großen Dank und ein großes Lob an meine Mannschaft im Rathaus aussprechen. Ich habe ja gerade aufgezählt, welche Ereignisse und Großprojekte uns so beschäftigt haben oder aktuell beschäftigen. Und ich könnte die Reihe noch weiter fortsetzen. Ich erlebe in der täglichen Zusammenarbeit im Rathaus viele hochmotivierte Kolleginnen und Kollegen, die trotz Fachkräftemangel, trotz hohem Handlungsdruck von vielen Seiten mit hohem Einsatz und großem Engagement im Sinne unserer Stadt arbeiten. Das verdient meinen und unser aller Respekt!

ZusammenEmmerich – Das war ein wenig das Motto meiner heutigen Ansprache.

Meine Damen und Herren,

wir können und wir sollten stolz sein auf unsere Stadt. Ich weiß, das liegt uns Emmericherinnen und Emmerichern nicht immer. Wir neigen in unseren Bewertungen manchmal zu Extremen. Um in dem Bild zu bleiben: es gibt in Emmerich nicht nur die Rheinpromenade und die Blücherstraße – es gibt viele überaus schöne Zwischentöne. Und die gilt es zu entdecken und am besten zusammen zu erleben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen einen gutes 2023 mit vielen gemeinsamen Momenten.

Vielen Dank!