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Kontrollen im Naturschutzgebiet „Dornicksche Ward“


Die Dornicksche Ward ist Rückzugsgebiet für Rast- und Brutvögel. Es gelten dort deshalb strenge Regeln. (Foto: Naturschutzzentrum des Kreises Kleve e.V.)

Vor einigen Tagen hat die Stadt Emmerich am Rhein gemeinsam mit der Naturschutzbehörde des Kreises, der Wasserschutzpolizei und dem Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. das Naturschutzgebiet Dornicksche Ward kontrolliert. Dabei wurden 12 Bußgeldbescheide für Personen verhängt, die sich nicht entsprechend der bestehenden Regeln verhalten haben. Hier ging es hauptsächlich um Betretungsverbote oder nicht angeleinte Hunde aber auch zwei kleinere Zelt-Lager mussten aufgelöst werden.

Die Dornicksche Ward in Emmerich ist eine Auenlandschaft, die durch ausgedehnte Grünlandflächen, Auenwälder, Kleingewässer und die sandigen Uferbereiche des Rheins geprägt ist. Das Gebiet ist ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, darunter auch der in seinem Bestand gefährdete Flussregenpfeifer. Er brütet unauffällig am Rheinufer zwischen den Kieselsteinen und ist besonders auf ungestörte Bereiche angewiesen. Als Rastgebiet für den europäischen Vogelzug hat die Dornicksche Ward internationale Bedeutung. Viele verschiedene Arten finden hier gute Rast- und Überwinterungsbedingungen.

Bußgelder: 25 bis 400 Euro

In den letzten Jahren haben sich diese Bedingungen allerdings für Rast- und Brutvögel im Gebiet massiv verschlechtert. Das liegt unter anderem daran, dass die Dornicksche Ward ein beliebtes Naherholungsziel ist und nicht alle Besucher Rücksicht auf die Natur nehmen. Zahlreiche Trampelpfade durchqueren das Gebiet und die Störungen für Brut- und Rastvögel sind enorm. Deshalb werden die Besucher hiermit gebeten, sich an die auch vor Ort ausgeschilderten Hinweise zu halten. Das Betreten außerhalb der befestigten Wege ist verboten. Hunde sind an der Leine zu führen. Müll ablagern, Lagern, Zelten, offenes Feuer und Grillen sind ebenfalls verboten. Die Bußgelder liegen dabei zwischen 25 und 400 Euro.

Der Wunsch, dass Bereiche des Rheinufers auch offiziell für Besucher zugänglich sind, ist verständlich. Auch aus Sicht des Naturschutzes sollte das möglich gemacht werden, denn „Man schützt nur, was man kennt“. „Dem Wunsch, das Rheinufer zu betreten, kann man aber nur sehr schwer entsprechen, wenn sich niemand an die Regeln hält. Die häufige Missachtung der Regeln gefährdet vor allem die Brut- und Rastvögel“, so Johanna Dohle vom Naturschutzzentrum des Kreis Kleve.