.



Inhalt

Stolpersteine in Emmerich am Rhein

Das Foto zeigt den Künstler am Boden kniend bei der Entnahme der herkömmlichen Pflastersteine
Der Künstler legt die ersten Steine in Emmerich am Rhein

Auf Initiative der Bürgeraktion PRO Kultur hat der Kölner Künstler Gunter Demnig in Emmerich seine Stolpersteine verlegt. Mit diesen Stolpersteinen wird an das Schicksal der jüdischen Familien, die von den Nationalsozialisten deportiert, ermordet und vertrieben wurden, erinnert. Die Stolpersteine sind ein bleibendes Zeichen der Erinnerungskultur, real und greifbar, schlicht und unaufdringlich sind sie Teil der Stadt Emmerich, ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Sie bieten Gelegenheit auf Schritt und Tritt der jüdischen Geschichte der Stadt Emmerich zu begegnen und machen diese Geschichte dem Betrachter bewusst.

Die zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten, mit Namen und Daten der Opfer beschriftet, befinden sich im Gehweg vor dem ehemaligen Wohnhaus der jüdischen Opfer. Insgesamt sind 99 Stolpersteine in Emmerich verlegt.

Foto des Künstlers Gunter Demnig beim Verlegen der Stolpersteine

Der Künstler Gunter Demnig verlegte am 25. Februar 2011 und am 8. Februar 2012 Stolpersteine in der Stadt Emmerich. Mit ausdrücklicher Genehmigung des Künstlers wurden weitere Stolpersteine durch am Projekt beteiligte Schülerinnen und Schüler der Hanse-Realschule, des Förderzentrums Grunewald und von Auszubildenden des Theodor-Brauer-Hauses sowie Kolping Werkstatt verlegt.

Das Foto zeigt die gelagerten Stolpersteine sowei Künstler und Initiatorinnen der Stolpersteinaktion im PAN kunstforum
v.l.n.r.: Gunter Demnig (Künstler), Gabriele Hövelmann (Pro Kultur) und Irene
Möllenbeck (Initiatorin und Pro Kultur)

Die Stolpersteine lagerten bis zur Verlegung im PAN kunstforum und waren Bestandteil der Hundertwasser-Ausstellung. Friedensreich Hundertwasser hat sich in seinem Werk u.a. sehr ausführlich mit dem Judentum und Holocaust auseinander gesetzt und die Erlebnisse seiner Kindheit und seiner Familie verarbeitet.

Der Stadtplan im Schaukasten am "Alter Markt" gibt einen Überblick über die genauen Orte der Stolpersteine in Emmerich. Ein Audio Guide gibt detaillierte Informationen zu 10 markanten Schauplätzen der Geschichte wie z.B. Rathaus, den Alten Markt, die einstige Synagoge oder den jüdischen Friedhof. Der Audio Guide steht Ihnen in Zukunft für Ihren eigenen Stadtrundgang zum Download zur Verfügung.

Eine wichtige Grundlage für die Realisierung des Projektes "Stolpersteine in Emmerich am Rhein" waren die Forschungen von Herrn Herbert Schüürman - Mitautor des Buches "Juden in Emmerich".

Das Foto zeigt 3 goldene Steine mit den Namen Ernst Gans, Henny Gans und Walter Gans Das Foto zeigt die goldenen Steine mit den Namen Elise Mehler, Eugen Mehler, Hedwig Frank und Amanda Koopmann daneben liegt eine rote Rose Das Foto zeigt 4 Stolpersteine von Hans, Helene und Gertrud Claessen sowie von Henriette Levy Das Foto zeigt 5 Stolpersteine für die Familie Kempenich

Plakat zu den Veranstaltungen im Rahmen der Stolperstein-Aktion mit einem Davidstern aus beleuchteten Papiertüten

Des Weiteren führen die Europaschule, die Hanse Realschule, das Willibrord Gymnasium, das Förderzentrum Grunewald und die Bildungseinrichtungen Theodor-Brauer-Haus (TBH) und Kolping-Bildungswerk eigene Projekte zu den Stolpersteinen durch. Im Rahmen des Projektes Stolpersteine erstellten u.a. Schülerinnen und Schüler der Europaschule unter Leitung ihrer Lehrerin Cornelia Tuchel die Kunstinstallation "Davidstern". Der Davidstern leuchtete auf Plakaten und während der Gottesdienste in der Aldegundiskirche und der Christuskirche. Auch zukünftig wird der Davidstern bei verschiedenen Gelegenheiten aufgebaut werden und leuchten.

Das Foto zeigt den typischen siebenarmigen Kerzenleuchter der zu jüdischen Veranstaltungen genutzt wird

Die Auszubildenden der Kolping Werkstatt erstellten unter Anleitung des Ausbildungsleiters Hans Torkler eine siebenarmige Menora. Die Menora wurde von den Auszubildenden im Rahmen eines Gottesdienstes der Bürgeraktion Pro Kultur übergeben. Ihren Platz wird die Menora dauerhaft in der Martinikirche finden. Der Leuchter kann - nach Absprache - zu Veranstaltungen, die sich mit dem Judentum und der jüdischen Kultur beschäftigen, ausgeliehen werden.

Unterstützung erhält das Projekt Stolpersteine durch die Stadt Emmerich, die Stadtsparkasse, die Stadtwerke Emmerich, die Rudolf W. Stahr-Stiftung sowie die Vereinigte Hoppen und Hompheus Stiftung. Hierfür bedanken wir uns sehr herzlich.

Fester Bestandteil der Aktion Stolpersteine in Emmerich sind Veranstaltungen, Vorträge und Exkursionen über jüdisches Leben und jüdische Kultur. Diese organisiert die Bürgeraktion Pro Kultur in enger Zusammenarbeit mit den Kirchen, den Kulturbetrieben und weiteren Institutionen. Alle Interessierten sind herzlich zu diesen Veranstaltungen eingeladen.

Veranstaltungen im Rahmen des Projektes „Stolpersteine“ durch PRO Kultur

  • 27. Januar jeden Jahres:: „Holocaust-Gedenktag“
    Gestaltung der städtischen Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem Friedhof (Friedensstr.) mit dem Bürgermeister durch Schülerinnen und Schüler der Emmericher Schulen.
  • „Das philosophische Kino“
    2 x jährlich werden Kinoabende im PAN kunstforum durchgeführt.
    In ausgewählte Filme führen Philosophie-Lehrer vom Willibrord Gymnasium ggf. auch weitere Experten/Innen ein.
  • Schülerfahrt zur Synagoge in Amsterdam und Holocaust-Gedenkstätten in den Niederlanden
    Einmal jährlich findet eine schulformübergreifende Fahrt für Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schulen in Emmerich statt. An der inklusiven Fahrt können jeweils 10 Schüler aus den 9. oder 10. Klassen des Förderzentrums Grunewald, des Willibrord-Gymnasiums, der Hanse-Realschule und der Europaschule teilnehmen. Durchführungsvoraussetzung ist die finanzielle Unterstützung durch Dritte.
  • "Glänzende Stolpersteine!"
    Die Stolpersteine werden regelmäßig von Schülerinnen und Schülern der Städt. Gesamtschule und des Förderzentrums Grunewald glänzend poliert!
    Ansprechlehrer: Matthias Vogl (städt. Gesamtschule), Johannes Reißmüller (Förderzentrum Grunewald)

 

Dateien herunterladen


Kontakt

Auskünfte zum Projekt Stolpersteine erteilt:
Bürgeraktion PRO Kultur
Irene Möllenbeck
Tel. 0 28 22 / 4 57 15
E-Mail Irene.Moellenbeck@web.de